Fair Flowers: Warum es sich lohnt bei Pflanzen auf die Produktionsbedingungen zu achten


Fair Flowers:

Warum es sich lohnt auch bei Pflanzen auf die Produktionsbedingungen zu schauen

Dieser Artikel ist in Kooperation mit dem Verein TransFair e.V. (Fairtrade Deutschland) im Rahmen der Kampagne »Flower Power – Mit fairen Rosen Frauenrechte stärken« entstanden. Mehr Informationen zur Kampagne


›shortcuts‹  Fair Flowers: As we mainly speak about fashion and the problems the textile industry is currently facing, we rarely focus on other sectors of the economy. But there are indeed other small vices that we have to take into account in addition to our love for fashion. Vases (Really! I can’t pass them at which ever random flea market I find myself). And freshly cut flowers and plants.

As it is International Women’s Day let’s talk fair flowers. Every year in February and March – a particularly busy time when it comes to sales in the flower market – the non-profit association TransFair e.V. (better known as Fairtrade Germany) campaigns to draw attention to women’s rights in the flower market. Indeed it faces equal problems as the textile industry: low wages, a high amount of chemicals used on farms and a rather dangerous work environment for especially female workers. That’s why Fairtrade has declared war on the biggest problems with the introduction of certain industry standards in plant cultivation. And has also devoted itself to the topic of gender equality. Fairtrade prohibits all gender discrimination and empowers women to reach management positions with the help of projects such as the “Women’s School of Leadership”. Long story short: If we buy flowers, we should, too, pay attention to where  we buy them at which companies we give our support.

Liebe Konsumentinnen. Wir reden hier immer wieder mal darüber, dass der Konsum vieler alltäglicher Güter, die wir als selbstverständlich ansehen ein Luxus ist. Ein Luxus allerdings der, wenn mit er mit Bedacht gewählt und ihm an den richtigen Stellen gefrönt wird, durchaus Motor für einen strukturellen wirtschaftlichen Wandel werden kann. Besonders das Thema intersektionaler Feminismus und Frauenrechte liegt uns dabei am Herzen. Denn, wie unter anderem dieser Artikel auf trust the girls so gut aufschlüsselt:

Wer Mode trägt, trägt buchstäblich auch die Verantwortung dafür, wie die größtenteils weiblichen Näherinnen entlang der unübersichtlichen Produktions- und Lieferketten behandelt werden.

Seltener richten wir unseren Blick hier auf andere Wirtschaftsbereiche. Und zugegeben: auch wir sind immer wieder überrascht, wie miserabel die Produktionsrealitäten auch dort teilweise aussehen. Und doch: wie sich andererseits überall tolle zu Macher*innen gewordene Weltverbesser*innen finden, die die Probleme im Kern, heisst strukturell, angehen.

Andere kleine Laster, die wir uns neben dem halt-immer-noch-viel-zu oft gefrönten Konsum von Kleidung anrechnen müssen? Vasen (wirklich!), auf denen ich auf diversen Flohmärkten einfach nicht vorbei gehen kann. Und: frische Schnittblumen und Zimmerpflanzen.

Surrounded by:

CUS Barcelona dress (bought at Loveco) | vintage boots |
vintage vases & fairtrade roses

Mit Fairtrade Blumen für Geschlechtergerechtigkeit

Und hier wären wir auch schon beim Thema. Jedes Jahr im Februar und März – einer besonders umastzstarken Zeit für den Pflanzen und Schnittblumen-Markt – macht der gemeinnützige Verein TransFair e.V. (besser bekannt unter Fairtrade Deutschland) mit der Kampagne ›Flower Power‹und dem Hashtag #sagsmitfairtrade auf Frauenrechte im Blumenanbau aufmerksam.

Hättet ihr es gedacht? Etwa 80 Prozent der in Deutschland verkauften Schnittblumen werden importiert – vor allem aus den afrikanischen Ländern Kenia, Äthiopien und Tansania. Die Arbeitsbedingungen erinnern dabei nicht selten an jene, die wir inzwischen nur allzu gut aus der Textilwirtschaft kennen: Viele der Beschäftigten in Ostafrikas Blumensektor arbeiten für wenig Geld, ohne feste Arbeitsverträge und soziale Absicherungen und vor allem Frauen erfahren auf den Farmen sexuelle Belästigung und Diskriminierung.

Fairtrade Deutschland hat mit der Einführung von Standards im Pflanzenanbau den größten Problemen den Kampf angesagt, und sich dabei auch dem Thema Geschlechtergerechtigkeit gewidmet. Blumenfarmen, die Fairtrade zertifiziert werden verbieten sich jegliche Geschlechterdiskriminierung und bestärken mithilfe von Projekten wie der Women‘s School of Leadership außerdem Frauen dazu, Führungspositionen auf den Farmen zu übernehmen.

Zum Weltfrauentag

… legen wir es uns und euch noch einmal ans Herz: konsumiert bedacht. Überlegt euch gerade auch bei einem derzeit so beliebten Thema wie Pflanzen, ob ihr diese wirklich braucht – oder vielleicht auch die nächstgelegene Pflanzentauschbörse herhalten kann (hierzu hat übrigens Jennifer Hauwehde auf Mehr als Grünzeug einen wirklich schönen und informativen Artikel geschrieben). Und, wenn ihr euren Lieblingsmenschen eine Freude machen wollt: Achtet auch beim Kauf von Schnittblumen auf das Siegel. Denn mit dem Kauf von Fairtrade-Blumen können wir als Konsument*innen dazu beitragen, Beschäftigte zu stärken und die Arbeitssituation auf den Blumenfarmen zu verbessern.

Fair Flowers Factsheet:
Ein Blick auf die Schnittblumen und Pflanzenindustrie


Übernommen vom Fact Sheet Fairtrade Deutschland


Der Absatz an Fairtraide-Blumen in Deutschland lag 2018 bei rund
0%
– mit steigender Tendenz.

Der Status Quo

Ein Großteil, etwa 90% der Schnittblumen und Pflanzen, die bei uns in den Verkauf gelangen, wächst in Ländern des globalen Südens. Für Entwicklungsländer spielt die Blumen und Pflanzenindustrie eine entsprechend immer bedeutendere Rolle, da sie dringend benötigte Devisen ins Land bringt und tausenden Menschen einen Arbeitsplatz bietet. Frauen machen dabei ungefähr die Hälfte der Beschäftigten auf Blumen- und Pflanzenfarmen aus. Sie sind als Pflückerinnen oder in den Verpackungshallen tätig. Viele sind alleinerziehend, ihr Bildungsstand ist meist niedrig. Oft kennen sie ihre Rechte als Arbeitnehmerinnen nicht. Niedrige Löhne und mangelnde Arbeitssicherheit verschlechtern die Situation.

Geschlechtergerechtigkeit durch fairen Handel

Seit 2005 gibt es das Fairtrade-Siegel für Blumen, um bessere Arbeitsbedingungen auf Blumen- und Pflanzenfarmen zu erreichen. Dazu gehören feste Arbeitsverträge, landes- oder sektorspezifische Mindestlöhne mit Verpflichtung zur Erhöhung auf existenzsichernde Löhne (Living Wage), Versammlungs- und Gewerkschaftsfreiheit, Mutterschutz, klare Arbeitszeitregelungen sowie Schutzkleidung und Trainings zum sicheren Umgang mit Chemikalien.

Mit gezielten Programmen wie der „Women‘s School of Leadership“ fördert Fairtrade dabei spezifisch die Gleichberechtigung von Männern und Frauen.


0 mio.
Fairtrade-Blumen wurden 2018 weltweit verkauft – mehr als die Hälfte davon in Deutschland.

0%
der Fairtrade-Blumen und -Pflanzen weltweit kommen aus Kenia und Äthiopien.

Ca.
0%
der Beschäftigten auf den Blumen- und Pflanzenfarmen sind dabei Frauen.

CO2 Bilanz von Fairtrade Pflanzen

Für Fairtrade Blumen-Farmen gelten übrigens strenge Umweltkriterien. Und hättet ihr es gedacht? Tatsächlich ist es aus ökologischer Sicht sinnvoll, sich für Blumen aus Übersee zu entscheiden. Trotz Luftfrachttransport haben beispielsweise Fairtrade-Blumen aus Äthiopien und Kenia eine wesentlich günstigere Energie- und CO2- Emissionsbilanz als einheimische Rosen. Das belegen verschiedene unabhängige Studien. Grund ist das wärmere Klima in den Ländern in Äquatornähe: Auf beheizte Gewächshäuser wie in den Niederlanden mit einem hohen Energieverbrauch vor allem im Winter kann verzichtet werden.

Wo ihr Fairtrade Blumen kaufen könnt?

Das erfahrt ihr über den Einkaufs-Finder.