Editors' Note: A Barefoot Manifest (Über Barfußschuhe)

Editors’ Note:
Ein Barfuß-Manifest


Anzeige – Dieser Post ist in Kooperation mit Wildling entstanden

Für alle Probierfreudigen: Mit dem Code "diekonsumentinWILD" könnt Ihr als Neukund*innen bei Eurer ersten Bestellung bis zum 31.01.2022 die Versandkosten sparen.


Ich liebe es im Sommer barfuß zu laufen, zu Hause bin ich fast immer auf Socken anstatt in Hausschuhen unterwegs. Und jetzt: Barfußschuhe, bzw. Minimalschuhe also.

Um ganz ehrlich zu sein, habe ich mich trotz ihrer aktuell steigenden Beliebtheit in der Fair Fashion Szene (die Autorin Thekla Wilkening ist zum Beispiel bereits große Verfechterin, so wie auch die drei Frauen hinter den Fashion Changers), bisher einen großen Bogen um das Schuhwerk gemacht. Stiltechnisch bin ich nicht unbedingt der Typ für Funktionskleidung – und meiner Eitelkeit und der Liebe zu diversen doch-irgendwie-dramatischeren Schuhmodellen (die seit Corona eh viel zu wenig ausgeführt werden) verschuldet, habe ich mich bisher einfach nicht an die sogenannten Barfußsschuhe getraut.

shortcuts – I love to run barefoot in summer, at home I almost always wear socks instead of slippers. And now: minimal shoes. Not because I particularly fancy their style, but because they are healthy. In conventional foot wear, our feet lack space to move freely and develop strong and healthy muscles. So this fall, holidays ahead, I grabbed the opportunity, traveling equipped with barely more than a beach dress, sportswear, trekking shoes and barefoot sandals from the Cologne based Fair Fashion brand Wildling Shoes in my backpack. And what should I say? Wearing minimal shoes feels anything but naked – and definitely good. Goodbye pressure points, hello happier feet. Next summer I will definitely be one of those people with barefoot sandals – and I admit I start liking their functional aesthetic. Do you?

Warum ich trotzdem mit jedem
Erfahrungsbericht hellhöriger wurde?

Ganz einfach: Minimalschuhe sind gesund. In herkömmlichen Schuhen fehlt unseren Füßen der Platz dafür, sich frei zu bewegen und eine starke Muskulatur auszubilden. Das ist mir durch die Corona Zeit, in der ich das ständige Tragen von eher widerspenstigen Stiefeln und Pumps durch tägliches Barfußlaufen in- oder auch ganz ohne Socken eintauschte geradezu schmerzhaft bewusst geworden: Seit einem Jahr drücken ganz plötzlich fast alle meine Lieblingsschuhe. Meine Füße haben sich ganz einfach: entwöhnt.

Nach einem langen Gespräch mit Thekla und einer kleine Auszeit vor der Nase, die mich vom Strand in die Berge bringen sollte, habe ich schließlich im Spätherbst die Gelegenheit beim Schopf gepackt. Mit minimalem Gepäck bin ich für zehn Tage in Richtung Wärme – Strandkleid, Sportkleidung, Trekking Schuhe und Barfuß-Sandalen von Wildling im Wanderrucksack. Wildling ist ein Kölner Schuhbrand dass Barfuß- bzw. Minimalschuhe aus nachhaltigen und langlebigen Materialien herstellt. Da die Gründer:innen großen Wert auf faire Arbeitsbedingungen sowie Naturmaterialien wie Baumwolle, Hanf, Wolle, Leinen und Kork legen und obendrein noch einen Store in meiner derzeitigen Heimatstadt Köln haben, lag ein Stopp im Laden ganz einfach auf der Hand.

Barfußschuhe:
Ein etwas anderer Balanceakt
Wildling - fair produzierte Barfußschuhe Minimalschuhe

Anna wears: Jan n June dress | Wildling barefoot sandals

Fern von meiner eigenen Großstadtinduzierten Eitelkeit und mit einer guten Portion Lust auf Wind um Nase und Zehen schlüpfte ich dort, in der Ferne, guter Dinge das erste Mal in meinem Leben in Minimalschuhe. Und was soll ich sagen? Das fühlt sich alles andere als nackt an! Ich gebe zu: es hilft psychologisch sicherlich, dreckige Großstadtstraßen gegen Strandpromenade, überschaubare Stadtgässchen und rauen, aber vom Wind weichgefegten Felsen eingetauscht zu haben. Aber: Es fühlt sich gut an. Denn graut es mir doch sonst jedes Frühjahr vor dem Einlaufen neuer Sandalen (oder alter Sandalen, an die meine Füße nach dem langen Herbst und Winter nicht mehr gewöhnt sind) sitzt das Barfuß-Modell wie eine weiche, zweite Haut. Druckstellen adé - und auch das Abrollen der Füße, begleitet von den weichen Sohlen, vermittelt ein wahres Hochgefühl beim ersten Aufstieg vom Strand in die kleine Wohnung, die hoch am Berghang liegt.

Was mensch mir erzählte, wird plötzlich spürbar: Minimalschuhe sollen sich an der anatomischen Form des Fußes ausrichten und ihn so weniger einschränken. Sie fördern so eine kräftige, gesunde Aktivität der Füße – und der Platz um die Zehen sorgt gar für eine bessere Verteilung des Körpergewichts. Ein Balanceakt der ganz anderen Art.

Stilfragen:
Wildling - nachhaltige Barfußschuhe Minimalschuhe

Die nächsten Tage akklimatisieren wir uns – wir: das ungewohnt warme Wetter, die ungewohnt leichten Füße und ich. Bewusst zu laufen und sich auf jeden Schritt zu konzentrieren ist tatsächlich Kopfarbeit. Und abends habe ich durchaus das Gefühl, einen leichten Muskelkater im Fußsspann zu spüren. Ein paar Tage in den Bergen später, die ich vor allem von Trekkingschihen begleitet wurde, merke ich richtig, dass meine Füße gearbeitet haben. Die Tage aus Stock und Stein, bestehend aus langen Läufen und einigem Balancieren haben mein Fußgewölbe gestärkt und plötzlich fühlen sich die Minimalsandalen doppelt leicht an. Diesen Effekt habe ich jedes Mal nach dem Wandern – diesmal erscheint er mir noch stärker und schöner. Zurück am Strand, der eine kleine Portion Eitelkeit mit sich bringt. Ich hätte zwar nicht gedacht, dass Minimalschuhe zu meiner restlichen Garderobe passen könnten, aber die Sandalen sind so herrlich konstruiert, dass ich sie ästhetisch inzwischen ein wenig gefressen habe. Die könnten durchaus die TEVA Sandale 2.0 werden, was meint ihr?


Wildling - fair produzierte Barfußschuhe Minimalschuhe